The Docks statt Zombieland

Etappe 22 : Evaux-les-Bains - Ahun (45,0 km)

6:30 geht der Wecker, ich bin schon fast wach, aber noch nicht so lange. Fortschritt. Ich stehe auf und  stelle fest: Es ist dunkel. WTF? Ach ja, es ist ja irgendwie Ende September, Sommer vorbei und so. Ich muss lachen. Irgendwie ist das an mir vorbei gegangen. Wenn man den ganzen Tag durch strahlenden Sonnenschein mit Temperaturen jenseits der 30 Grad läuft, kommt man kaum auf die Idee, dass es auf den Winter zugeht.

Frühstück (diesmal war's im Zimmerpreis drin) ist wieder enttäuschend. Filterkaffe, Aufbackbrötchen mit Einzelportionsmarmelade, noch nicht mal Käse. Darüber hilft auch das gewohnt gute Croissant nicht weg.

8:07 Ich mache mich auf den Weg. Rekord :-) Die ersten paar hundert Meter geht es steil einen Waldweg hinauf.

8:22 100 Meter höher, ich bin aufgewärmt. Danach erstmal länger steil bergab, und dann ein Tal entlang nach Chambon-Sur-Voueize. Der dortige Supermarkt liefert frisches Brot und Protein (in Form von so etwas wie Bündnerfleisch in Salamiform).

9:12 Weiter geht es auf hügeliger Strecke. Die Temperatur noch angenehm. Aber der immer noch wolkenlose Himmel lässt keinen Zweifel daran, dass es auch heute wieder heiss wird.

Gegen Mittag komme ich durch Gouzon, suche kurz nach einem Supermarkt (ohne eigentlich genau zu wissen, was ich will). Finde nix, laufe weiter. So langsam lässt die Kondition nach, ich mache Pause. Salat gibt's heute keinen, dafür das obligatorische Baguette mit Olivenbrei. Und meine Bündnersalami. Ich lege mich sogar eine halbe Stunde ab, finde aber keine Ruhe; selbst im Schatten ist mir zu warm.

14:40 Ich komme durch Nameweissichnichtmehr. Jedenfalls gibt es dort einen Supermarkt. Und der hat sogar offen, was in Anbetracht der Uhrzeit eher ungewöhnlich ist. Wasser und eine kalte Coke Zero. Dafür heute kein Pudding. Dann mach ich mich - recht uneuphorisch - weiter.

Nach zwei weiteren Stunden durch Hitze und Hügel gibt es auch heute eine (kleine) Bergankunft in Ahun. Dort findet sich nicht nur ein englischsprachiges Tourist Office, sondern auch recht schnell ein (einziges) Hotel. Eigentlich eher eine Bar. Mit Fremdenzimmern halt. Das Klientel erinnert mit sehr an England. Ja, das sind Vorurteile und Schubladendenken. Aber immer wenn ich einen Raum betrete, der nach filterlosen Kippen und schalem Bier stinkt und mich deutlich sichtbar schmutzige (nicht zu verwechseln mit ungewaschene) Gestalten anlachen, deren geöffneter Mund mich an eine Schachpartie erinnern, ind der es nicht gut für Weiss aussieht, denke ich an Südengland und Hafenkneipe. So auch hier. Das Zimmer ist aber OK, der Wirt (das könnte ein Remis geben) gibt mir noch zu verstehen, dass er nicht kocht. Das beruhigt. Er mache um 20:00 zu. Aber um 7 wieder auf. Sehr interessante Zeiten für eine Bar.

19:00 Ich laufe noch ein wenig durch den Ort, der ziemlich ausgestorben ist, finde 5 geschlossene Restaurants und 0 offene und mache statt dessen Abendessen mit Supermarkteinkäufen. Danach wieder früh ins Bett, immer noch recht müde.

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